Friede ist mehr als kein Krieg – im Gespräch bleiben, Konflikte aushalten, Extremismus erkennen
Handlungsmöglichkeiten und Haltungen in der Arbeit mit Jugendlichen, die mit extremistischen Ideologien sympathisieren.
Bei Jugendlichen zeigt sich teilweise eine Distanz gegenüber demokratischen Institutionen. Viele fühlen sich von politischen Prozessen nicht ausreichend repräsentiert. Demokratische Werte müssen daher im Alltag erfahrbar gemacht werden. Jugendverantwortliche spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie im direkten Kontakt mit jungen Menschen stehen und demokratische Prinzipien durch Beziehungsarbeit und offene Diskussionskultur vermitteln können. In der Arbeit mit jungen Menschen gelten Beziehungsarbeit und Diskurs als die wichtigsten Ressourcen gegen ein extremistisches Weltbild.
Globale Konflikte lassen sich im Rahmen der Bildungsarbeit nicht lösen, wohl aber die Art und Weise beeinflussen, wie Menschen miteinander diskutieren und Konflikte austragen. Frieden zu schaffen, bedeutet auch, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und im Gespräch zu bleiben.
Das Seminar vermittelt Hintergrundwissen zu extremistischen Ideologien und wie sich diese erkennen lassen. Darauf aufbauend werden Handlungsmöglichkeiten und Haltungen für den pädagogischen Alltag erarbeitet.
Inhalte:
• Formen von politischem und religiösem Extremismus
• Ungleichheitsideologien und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
• Hintergründe und Wirkungsweisen von Verschwörungserzählungen
• aktuelle Bewegungen in der Steiermark
• pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit radikalen Weltbildern
• Argumentationsstrategien gegen diskriminierende und antidemokratische Aussagen
Methoden:
• Präsentation
• Musik- und Videobeispiele
• Diskussion
Ziele:
• Hintergründe und Zusammenhänge von Radikalisierungsprozessen erkennen
• Erarbeitung von Handlungsoptionen im Umgang mit Extremismus
• Haltungen, Möglichkeiten und Grenzen in der eigenen Arbeit reflektieren
Zielgruppe: Jugendverantwortliche (Jugendarbeiter.innen, Lehrer:innen, Jugendbetreuer:innen, Eltern, Multiplikator:innen…)
Seminarleitung: Alex Mikusch ist als Sozialpädagoge tätig und hat über 20 Jahre Erfahrung in verschiedenen Bereichen der offenen Jugendarbeit gesammelt. Bachelorarbeit zum Thema „Rechtsorientierte Jugendszenen – Hintergründe, Zugangsweisen und Gegenstrategien aus Sicht der Jugendarbeit“. Seit 2006 diverse Workshops zum Themenfeld Extremismus und Radikalisierung, unter anderem im Auftrag der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus und der Beratungsstelle Extremismus. Seit 2020 Workshops über den eigenen Verein SPUNK: spunk-graz.at
Kostenloste Teilnahme! Die Teilnahme am Seminar ist dank einer Förderung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung kostenlos.
Sustainable Development Goals: SDG 4 Hochwertige Bildung, 4.7 Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung
Foto: Fotofreunde Leibnitz
Bildungshaus Retzhof