Indien als Sehnsuchtsort in der amerikanischen Kultur
Live-Übertragung der Montagsakademie am Retzhof
Die Montagsakademie bietet allgemein verständliche Vorträge aus der Welt der Wissenschaft. Wir vom Retzhof sind Kooperationspartner und übertragen die Vorträge live am Retzhof mit der Möglichkeit an der anschließenden Diskussion teilzunehmen. (montagsakademie.uni-graz.at)
Leitthema: Leben im Gleichgewicht? Ressourcen – Resilienz – Nachhaltigkeit
Das Gleichgewicht halten – das lernen wir schon als Kinder, erst beim Laufen, später etwa beim Radfahren. „Gleichgewicht“ wird aber auch auf den Umgang mit der Natur, auf unsere Ressourcen und gesellschaftliche Verhältnisse bezogen, wie z. B. unsere Vorstellungen von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Faktenwissen und das Hinterfragen von geltenden Werten und Normen allein führen noch nicht zum Handeln. Wir müssen aber handeln und „Resilienz“ im Sinne einer Widerstandsfähigkeit aufbauen, um unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln und Krisen zu bewältigen. Das aktuelle Programm der Montagsakademie lädt Sie ein, sich mit diesen Themen aus der Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zu beschäftigen.
Zum Vortrag: Indien hat die westliche Vorstellungskraft über Jahrhunderte hinweg stark geprägt. Schon Christoph Kolumbus suchte 1492 einen Seeweg nach Indien – und entdeckte dabei Amerika. Doch Indien blieb mehr als ein geografisches Ziel: Es wurde zu einem Sehnsuchtsort, der für Reichtum, Spiritualität und persönliche Veränderung steht. Der Vortrag zeigt, wie Indien in Literatur, Philosophie und Kultur als Projektionsfläche für Wünsche und Hoffnungen diente – von den amerikanischen Transzendentalisten bis in die Gegenwart. Gleichzeitig wird deutlich, wie diese Vorstellungen die Entstehung amerikanischer Identität beeinflusst haben und wie eng kulturelle Entwicklungen weltweit miteinander verbunden sind.
Zur Person: Stefan L. Brandt ist Professor für Amerikanistik an der Universität Graz. Er hat an mehreren internationalen Universitäten geforscht und gelehrt, darunter an der Freien Universität Berlin, der University of Toronto, der Universität Wien und der Harvard University. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der amerikanischen Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte im internationalen Kontext. Er ist Autor mehrerer Monografien und Herausgeber zahlreicher Sammelbände. Zu seinen aktuellen Projekten zählt eine Studie zur Entstehung amerikanischer Selbstentwürfe im transatlantischen Austausch. Brandt ist zudem Mitbegründer der internationalen Fachzeitschrift AmLit – American Literatures sowie eines europäischen Forschungsnetzwerks zu digitalen Kulturstudien.
Eintritt frei!
Anmeldung unter office@retzhof.at oder unten über den Button "Buchen am Retzhof".
Bild: Uni Graz Montagsakademie
Bildungshaus Retzhof