Vielfalt als Ressource – die Bedeutung von Minderheitenschutz in einer diversen Gesellschaft
Demokratie & Politische Bildung
021

Vielfalt als Ressource – die Bedeutung von Minderheitenschutz in einer diversen Gesellschaft

Live-Übertragung der Montagsakademie am Retzhof

BEGINN
Montag, 23. März 2026 // 19:00 Uhr
ENDE
Montag, 23. März 2026 // 21:00 Uhr
ORT
Dorfstraße 17, 8435 Wagna
BESCHREIBUNG

Die Montagsakademie bietet allgemein verständliche Vorträge aus der Welt der Wissenschaft. Wir vom Retzhof sind Kooperationspartner und übertragen die Vorträge live am Retzhof mit der Möglichkeit an der anschließenden Diskussion teilzunehmen. (montagsakademie.uni-graz.at)


Leitthema: Leben im Gleichgewicht? Ressourcen – Resilienz – Nachhaltigkeit

Das Gleichgewicht halten – das lernen wir schon als Kinder, erst beim Laufen, später etwa beim Radfahren. „Gleichgewicht“ wird aber auch auf den Umgang mit der Natur, auf unsere Ressourcen und gesellschaftliche Verhältnisse bezogen, wie z. B. unsere Vorstellungen von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Faktenwissen und das Hinterfragen von geltenden Werten und Normen allein führen noch nicht zum Handeln. Wir müssen aber handeln und „Resilienz“ im Sinne einer Widerstandsfähigkeit aufbauen, um unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln und Krisen zu bewältigen. Das aktuelle Programm der Montagsakademie lädt Sie ein, sich mit diesen Themen aus der Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zu beschäftigen.


Zum Vortrag: Der Schutz von sprachlichen oder kulturellen Minderheiten ist ein zentrales Element für das friedliche Zusammenleben in diversen Gesellschaften. In Österreich werden beispielsweise die Kärntner Slowen:innen seit Jahrzehnten durch den Staatsvertrag von Wien geschützt. Doch Minderheitenschutz ist nicht nur eine nationale Angelegenheit: Auch auf europäischer Ebene existieren verbindliche Regelungen und Kontrollmechanismen. Während Minderheitenschutz dabei als Teil der Menschenrechte konzipiert wurde, werden Angehörige einer Minderheit zunehmend als Sicherheitsfaktor verstanden und ihre Rechte eingeschränkt. Dabei sollte Minderheitenschutz nicht als Nullsummenspiel verstanden werden, sondern als Instrument zum konstruktiven Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt, damit sich diese als eine Quelle der Bereicherung erweisen kann. Der Vortrag beleuchtet, auch vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, wie es um den Minderheitenschutz in Europa und in Österreich derzeit bestellt ist.

Zur Person: Emma Lantschner ist assoziierte Professorin am Zentrum für Südosteuropastudien an der Universität Graz. In ihrer Forschung und Lehre befasst sie sich mit dem Schutz der Menschenrechte, insbesondere dem Schutz nationaler Minderheiten und dem Recht auf Gleichheit und Nichtdiskriminierung. Bevor sie nach Graz kam, war sie als Forscherin am Institut für Minderheitenrechte bei EURAC Research in Bozen/Südtirol beschäftigt. Sie war als Expertin für die OSZE und die Europäische Kommission in Minderheitenfragen tätig und war von 2020 bis 2024 das italienische Mitglied im Beratenden Ausschuss des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarats. Im Rahmen dieser Tätigkeit beschäftigte sie sich unter anderem mit der Einhaltung dieses Übereinkommens in Ländern wie Aserbaidschan, Lettland und dem Kosovo.


Anmeldung unter office@retzhof.at oder unten über den Button "Buchen am Retzhof".


Sustainable Development Goals: SDG 10 Weniger Ungleichheiten, 10.2 Bis 2030 alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem oder sonstigem Status zu Selbstbestimmung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern


Bild: Uni Graz Montagsakademie

ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Seminarleitung:

Bildungshaus Retzhof

Email: programm@retzhof.at
Tel.: +43 (0) 3452/827 88-300