Der antike Römersteinbruch und das KZ-Aflenz/Sulm
Demokratie & Politische Bildung
013

Der antike Römersteinbruch und das KZ-Aflenz/Sulm

Exkursion und Begleitung

BEGINN
Samstag, 8. Februar 2020 // 10:00 Uhr
ENDE
Samstag, 8. Februar 2020 // 11:30 Uhr
ORT
Dorfstraße 17, 8435 Wagna
BESCHREIBUNG
Der Retzhof arbeitet seit Jahren in Kooperation mit der Marktgemeinde Wagna und dem Mauthausen Komitee an einem interdisziplinären Projekt zur Erzählung und Erinnerung an die Geschichte des 2000-jährigen Römersteinbruchs in Aflenz a.d.S. Mit diesem Bildungsangebot will der Retzhof eine zeitgemäße Vermittlungsarbeit zur demokratiepolitischen Bildung leisten.
Der antike Römersteinbruch
In Aflenz a.d.S. erhebt sich ein teilweise waldbewachsener Hügel von etwa 40 Metern Höhe. Niemand würde vermuten, dass sich in seinem Inneren eine von Menschen geschaffene gewaltige Aushöhlung mit einer Grundfläche von 24.000 m2 befindet. Lediglich eine römische Inschrift, die auf Kaiser Vespasian hinweist, zeigt schon von außen an, dass hier die Römer bald nach Christi Geburt einen unterirdischen Steinbruch für die Verwaltungsstadt Flavia Solva hatten.  Aber schon die Illyrer entdeckten, dass der dortige Kalksandstein durch seine natürliche Feuchte leicht zu gewinnen und zu bearbeiten war. 
Das KZ-Aflenz a.d. Sulm
Das KZ-Aflenz a.d. Sulm war eines von über 40 Außenlagern des KZ-Mauthausen. Zur Errichtung des Lagers wurde von der SS ein an der Straße Aflenz/Retznei gelegener Maisacker beschlagnahmt und dort Baracken errichtet. Eine Baracke konnte ungefähr 300 Häftlinge beherbergen. Ein schmaler Weg, welcher von den Häftlingen als „Löwengang“ bezeichnet wurde und links und rechts einen ca. 2 Meter hohen Stacheldrahtzaun aufwies, führte zu den Arbeitsstätten. Mehr als 900 KZ-Häftlinge wurden in das Lager in Aflenz transportiert. Während des Transportes erhielten sie keine Nahrung und die Holzschuhe wurden ihnen abgenommen um Fluchtversuche zu verhindern. Die schwere Arbeit wurde Tag und Nacht – in zwei Schichten zu je 12 Stunden – in großem Tempo durchgeführt. Mehr als 500 Häftlinge starben an den Folgen dieser unmenschlichen Zwangsarbeit. Die Häftlinge waren unterernährt und litten ständig an Hunger.

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Freier Eintritt!

Treffpunkt: Parkplatz vor dem Steinbruch-Eingang 

Foto: Gemeinde Wagna


ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Seminarleitung:

Bildungshaus Retzhof

Email: office@retzhof.at
Tel.: +43 (0) 3452/827 88-0
Website: +43 (0) 3452/827 88-0