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Bildung – historische und theoretische Annäherungen an eine vielfältige, widersprüchliche Konzeptionvon ELKE GRUBER und ANITA BRÜNNER

Dieser Artikel gibt einen Überblick zu den in der Erwachsenenbildung verwendeten unterschiedlichen Begrifflichkeiten und zusätzlich schafft er es auch auch ein Verständnis für die Verwendung dieser Begriffe auf Basis historischer Entwicklungen zu ermöglichen.



Anthropologische Voraussetzungen des Lernens Erwachsener – Lernfähigkeit als Grundlage der Erwachsenenbildung – von UTE HOLM

Anknüpfend an übergreifende Überlegungen zur erwachsenenpädagogischen anthropologischen Perspektive und zur/m erwachsenen Lernenden diskutiert der Beitrag Voraussetzungsdimensionen des Lernens Erwachsener – Leiblichkeit (1), Zeitlichkeit (2), Räumlichkeit (3), Biographizität (4), Motive (5), Sprachlichkeit (6), neuronale Plastizität (7). Abschließend wird Position zum fachlichen Umgang mit der anthropologischen Perspektive bezogen.


Wissen(stheorie) und Erwachsenenbildung/Weiterbildung – von
JOCHEN KADE, WOLFGANG SEITTER und JÖRG DINKELAKER

Entlang der Differenz zwischen Bildung und Wissen, wie sie die Geschichte der Erwachsenenbildung/Weiterbildung begleitet, werden vier Varianten des erziehungswissenschaftlichen Umgangs mit der soziologischen Zeitdiagnose „Wissensgesellschaft“ einander gegenübergestellt. Wissen erweist sich als normativ umkämpfte, aber auch als heuristisch bedeutsame Kategorie der Beschreibung von Prozessen der Konstitution und des Wandels von Erwachsenenbildung/Weiterbildung


„ Verantwortung und Erwachsenenbildung:
Ein reziprokes Verhältnis?“ – Christine Zeuner – Retzhofschrift

„Die Erwachsenenbildung in der Demokratie zielt nicht auf Anpassung, sondern auf sachliches Verständnis der Wirklichkeit und auf wachsame Kritik. Sie soll Verantwortung und Kritik vorleben. Die Demokratie lebt aus dem wachsamen Mut ihrer Bürger, aus ihrer Bereit-schaft zur Opposition, zur Alternative“ (Borinski 1986, S. 64).


Systemtheoretische Analysen der Weiterbildung – HARM KUPER und KATRIN KAUFMANN

Die Systemtheorie eröffnet eine Perspektive der Reflexion auf das Bildungssystem, die ihren Reiz aus den Kontrasten zu den „einheimischen Begriffen“ der Erziehungswissenschaft bezieht. In dem Beitrag wird für die Weiterbildung dargelegt, wie der Systembegriff sich von einer bildungspolitischen Metapher für die Integration und Institutionalisierung der Weiterbildung zunehmend in Richtung bildungssoziologischer Reflexion bewegt hat. Betrachtungen zur Organisation – als konstitutivem Bestandteil der Institutionalisierung und der systemtheoretischen Analysen – runden das Kapitel ab.


Lehr-Lerntheoretische Ansätze in der Erwachsenenbildung – von JOACHIM LUDWIG

Der Beitrag stellt lehr-lerntheoretische Ansätze als Teil der Erwachsenendidaktik vor und fokussiert dabei drei Aspekte: erstens die Planungs- und/oder Prozessorientierung didaktischen Handelns, zweitens wie das Verhältnis von lernendem Individuum und Gesellschaft begriffen wird und drittens ob didaktisches Handeln vom Außenstandpunkt der Lehrenden oder/und vom Subjektstandpunkt der Lernenden betrachtet wird.


Der bildungstheoretische Ansatz in der Erwachsenenbildung – von PAUL RÖHRIG

Nach der langen Zeit der realistischen Wende gab es achtenswerte Versuche, neue Trends zu setzen und zu identifizieren, die dann etwa als reflexive Wende oder „Identitätslernen“ diskutiert worden sind. Aber alle Versuche sind noch zu sehr den Begriffen von Sozialisation und Lernen verhaftet und noch nicht wieder wirklich zur „Bildung“ durchgestoßen. Inzwischen rufen die bedrohlichen und chaotischen Zustände der Welt ein neues Nachdenken hervor, ob es nicht doch unsere wichtigste Aufgabe sein könnte, zu wissen, was oder wie man sein müsse, um ein Mensch zu sein. Vielleicht war die völlige Aufgabe des Bildungsgedankens in der Erwachsenenbildung verhängnisvoll, und vielleicht ist es uns zur Aufgabe geworden, ihn wieder zu suchen und zu diskutieren.


Lern und Bildungsorte – von Karl Heinz Geißler


BUCHTIPP
Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944
und die Aufzeichnungen meines Vaters Otto Pollak

Helga Pollak-Kinsky spielte als Kind im Wiener Kaffeehaus ihres Vaters. Dann kamen die Nationalsozialisten
Mit dem Einmarsch deutscher Truppen im März 1938 änderte sich das Leben der assimilierten Familie schlagartig. Helga kam zur Familie ihres Vaters nach Tschechien, die Mutter flüchtete 1939 als Dienstmädchen nach England. 1943 wurden Helga und Otto Pollak in das KZ Theresienstadt deportiert. Im Oktober 1944 musste die damals 14-jährige Helga nach Auschwitz. Eltern und Tochter überlebten den Holocaust.

„Bruder Spinne“, so taufte Helga Pol­lak-Kinsky ihr Tagebuch, dass sie als Zwölfjährige im Mädchenheim L410 des Ghettos Theresienstadt zu führen begann. Ihre Aufzeichnungen, ergänzt um jene ihres Vaters Otto, sind nun, mustergültig von Hannelore Brenner ediert, erschienen. Der Blick einer Heranwachsenden auf den Nazi-Wahnsinn berührt. Das Buch ist außerdem ein hervorragendes Zeitdokument, vor allem für jene Generation, die heute so alt ist, wie Helga Pollak damals war, und mit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr viel verbindet.

BUCHTIPP
Plädoyer eines Märtyrers.
Eine Groteske von Peter Veran

Österreich im Jahr 2020: 86 Jahre nach dem Aufstand im Februar 1934 gegen die sich verfestigende Diktatur wird der damalige Bundeskanzler Engelbert Dollfuß aus seinem Grab in Wien-Hietzing exhumiert. Man setzt ihm ein selbstheilungskraftaktivierendes, linksgedrehtes Licht-Stammzellenpflaster einer lebensberatenden Verganzheitsmedizinerin exakt an jene Stelle, an der einst die Zirbeldrüse gesessen sein mag. Dann stellt man ihn vor Gericht.
In diesem Rahmen spielt Peter Verans literarische Groteske, in der sich Engelbert Dollfuß vor Gericht, vor der Geschichte und vor der Leser/innenschaft rechtfertigen muss. Die Anklagepunkte sind umfassend: vielfacher Mord, schwere Körperverletzung, Folter, Hochverrat, Landfriedensbruch, Erpressung, tausendfache Freiheitsentziehung, Raub, Diebstahl und Amtsmissbrauch werden als Tatbestände genannt. Darauf muss der im Juli 1934 von Nationalsozialisten ermordete und später zum Märtyrer stilisierte Ex-Diktator eine Antwort finden.

BUCHTIPP
Paul Schreyer: Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie?

Paul Schreyer gibt mit seinem Buch „Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie?“ eine kundige und engagierte Einführung in Facetten der gegenwärtigen Zerstörung demokratischer Substanz und stellt in gut lesbarer Form reiches Material zum eigenständigen Nachdenken bereit. Schreyer spricht von einer ‚Krise der Repräsentation‘ und hinterfragt die Scheu vor mehr direkter Demokratie.  Er versucht in ‚Die Angst der Eliten‘ äußerst geschickt, Licht ins leicht unübersichtliche System elitärer Einflüsse auf unsere Demokratie zu bringen. … Das Buch entdeckt eine zunehmend neue, generelle Angst vor Demokratie. 
Gerade gesellschaftspolitisch ein empfehlenswertes und lesenswertes Buch.

BUCHTIPP
Zygmunt Bauman: Retrotopia.

In seinem letzten zu Lebzeiten vollendeten Buch untersucht der große Soziologe und Philosoph die Gründe für die globale Epidemie der Nostalgie. Warum richten in einer globalisierten Welt so viele den Blick nicht mehr nach vorne – einen topos – sondern in eine untote Vergangenheit? Nach wie vor lesenswert!


Sitzen
Stehen
Laufen


Ein in der Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne. Er sagte: „Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich spreche, dann spreche ich …“
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: „Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?“
Er sagte wiederum, „Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich spreche, dann spreche ich …“
Wieder sagten die Leute: „Das tun wir auch.“
Er aber sagte zu ihnen: „Nein. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel …“

Zen Geschichte


Glück aus erster Hand

-Christoph Schomberg-

Manchmal könnte man die Wände hochgehen!
Oder runter: Wem im Alltag die Gelegenheit dazu fehlt, kann das Angebot eines professionellen Erlebnis-Anbieters wahrnehmen. „Beim House Running treten Sie direkt an den Abgrund und gehen sogar noch einen Schritt weiter“, heißt es dort. „Der Lohn für alle Mutigen: Eine atemberaubende Erfahrung mit extra lang anhaltendem Kick.“ Das Erlebnis dauert laut Katalog „30 Minuten mit Anmeldung.“
Nun sind 30 Minuten mit Anmeldung schnell vorbei. Wenn irgendwann auch mal der lang anhaltende Kick verflacht ist, muss ein neues Erlebnis her. Das Verlangen nach dem Anschluss-Kick ist nämlich inklusive. Wem es dann zu öde wist, 50 Meter Hauswand an einem Seil hinabzusteigen, der kann aus einer Unzahl an ähnlich gearteten Angeboten auswählen: Schützenpanzer selber fahren, Lamborghini selber fahren oder sich gleich von einer Klippe stürzen und unten erzählen, man fühle sich wie neugeboren. Das Geschäft mi standardisierten Erlebnissen ist heue ein milliardenschwerer Markt. Die Ware ist Glück aus zweiter Hand.
Der Wohlstand hat ganz neue Räume für Unterhaltung und Nervenkitzel geöffnet. Seit 1950 ist die durchschnittliche Arbeitszeit in den westlichen Ländern um ein Viertel gesunken. Das Streben nach unmittelbaren, ja planbaren Glücksgefühlen, ist kennzeichnend für die so genannte Erlebnisgesellschaft.
Der Begriff Erlebnisgesellschaft, wie ihn der deutsche Soziologe Gerhard Schulze bereits Anfang der 90er Jahre geprägt hat, bezeichnet ein Wertemodell, in dem die Frequenz und die Qualität von Erlebnissen zur zentralen Maßeinheit geworden sind. Schlüssel zur Erlebnisgesellschaft ist die fortschreitende Individualisierung. Gleichzeitig haben Gemeinschaftswerde an Bedeutung verloren. An ihre Stelle ist die unentwegte Suche nach individuell angepassten Erlebnissen getreten. Aber was ist eigentlich ein Erlebnis? Wo fängt es an? Wann hört es auf? In der Welt der Erlebnisrestaurants und Erlebnisbäder ist das nicht immer einfach zu differenzieren. Die Antwort darauf kann nur jede® für sich geben. Etwas scherzhaft hat der Sänger Rainhard Fendrich das Angebot „Erlebnisfriseur“ kommentiert: „Beim Friseur will ich nichts erleben.“ An sich zu arbeiten, sich zu entwickeln, sich Zeit nehmen: Das scheint etwas aus der Mode gekommen zu sein. Doch jede(r), der die Erfahrung gemacht hat, etwas Neues zu erlernen, oder ein schon bestehendes Talent auszuprägen, weiß, wie bereichernd es ist, sich lernend zu verwandeln. Und könnte es nicht vielleicht sein, dass es zu den größten Erlebnissen gehört, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben, die inklusive Anmeldung einen längeren Kick als 30 Minuten versprechen? Oder Wissen und Erfahrung weiterzugeben und die Begeisterung in einem anderen Menschen zu wecken? In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, dass ein kleines Wunder geschieht: Nämlich sich selbst zu entdecken. Das ist und bleibt das größte Erlebnis. Es ist Glück aus erster Hand.


Niccolò Machiavelli: Nichts ist so schwierig wie Neuerungen

Nichts ist so schwierig zu betreiben, so unsicher im Hinblick auf den Erfolg und so gefährlich in der Durchführung als die Vornahme von Neuerungen. Man hat hierbei alle die zum Feinde, für welche die alte Ordnung vorteilhaft ist, und findet nur laue Verteidiger an denen, welchen die neuen Vorteile bringen könnte. Diese Lauheit erklärt sich teils aus der Furcht vor den Gegnern, die die Gesetze auf ihrer Seite haben, teils aus dem Misstrauen der Menschen, die an das Neue nur glauben, wenn es eine lange Erfahrung für sich hat. So kommt es, dass die Feinde, sooft sich ihnen eine Gelegenheit bietet, die neue Ordnung voll Leidenschaft angreifen, während die anderen sie nur lau verteidigen, so dass man samt ihnen in Gefahr gerät. Um in diesem Punkt das Rechte zu finden, muss man unterscheiden, ob man zur Durchführung seines Werkes sich aufs Bitten legen muss oder Zwang anwenden kann. (…) Denn zu dem Gesagten kommt noch hinzu, dass die Menge von Natur wankelmütig ist und man sie wohl leichter von etwas überzeugen, aber nur schwer bei dieser Überzeugung festhalten kann. Niccolò Machiavelli, Der Fürst (Il Principe), geschrieben um 1513, 6. Kapitel (posthum 1532 publiziert).


Literatur zum Themenbereich:
„Zeit – Arbeit – Müßiggang“


Zitate

Alle unsere Irrtümer übertragen wir auf unsere Kinder; in denen sie untilgbare Spuren hinterlassen.

Maria Montessori

Die Staatsform der Mutigen – das ist die Demokratie!

Frank-Walter Steinmeier, Deutscher Bundespräsident

Bildung ist das, das die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.

Karl Kraus

Wer gebildet ist, der weiß, wo er findet, was er nicht weiß

Georg Simmel

Als gebildet wurden mir immer Leute vorgestellt, die Latein oder Griechisch konnten, in die Oper gingen und Jahreszahlen wussten. Die Vorgänge in einem Kippschalter waren ihnen allerdings ein Mysterium

Helmar Nahr

Für eine gelungene Rede gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge

Arthur Schopenhauer

Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen

Immanuel Kant

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde

Margaret Mead

„Demokratie ist die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss – immer wieder, tagtäglich und bis ins hohe Alter hinein. Ich suche nach Antworten auf die Frage, warum Menschen unter bestimmten Bedingungen ihren politischen Verstand verlieren und andere politische Urteilskraft zeigen und praktizieren – unter Umständen sogar unter Einsatz ihres Lebens.“

Oskar Negt

Das Reden, das „tut den Menschen gut, wenn man es nämlich selber tut. Ob`s außerdem Genuss verschafft, bleibt hin und wieder zweifelhaft.“

Wilhelm Busch

Videos

Die Bildungshaus Retzhof GmbH organisierte in Kooperation mit dem Universitätslehrgang für Erwachsenenbildung/Weiterbildung der Universität Klagenfurt, am 2. Oktober 2015, einen Vortrag des deutschen Soziologen und Sozialphilosophen Prof. Dr.Dr.h.c. Oskar Negt am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Strobl am Wolfgangsee. In diesem Vortrag erläutert Oskar Negt, wohl erstmals so ausführlich und in solch komprimierter Form, sein berühmt gewordenes pädagogisches Kompetenzmodell.

Pädagogisches Kompetenzmodell – Oskar Negt

Der Fall Jägerstätter ist die authentische Geschichte eines einfachen Mannes, der es aus Gewissensgründen ablehnte, einer Wehrmacht zu dienen, die einen verwerflichen Krieg führte. Der oberösterreichische Bauer und dreifache Vater Franz Jägerstätter wurde 1943 durch das Oberste Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und enthauptet.

Hier geht`s zum Video:
https://www.youtube.com/watch?v=6oaEvNv_wyA


Wiener Stadtgespräche

„reden schweigen zuhören erinnern fragen antworten meinen widersprechen vertiefen lachen behaupten lauschen lesen schreiben wissen diskutieren vorlesen argumentieren denken nachfragen erklären miteinander reden verstehen zustimmen ausführen kommentieren übersetzen darlegen erfahren lernen“

31 Worte mit denen die Wiener Stadtgespräche beschrieben werden. Ein Projekt von der AK Wien und der Wochenzeitschrift Falter.

Über ökonomische Krisen, den Populismus oder die Zukunft Europas sowie viele andere gesellschaftspolitische Themen kann man in den spannenden Diskussionen mit interessanten Menschen und ExpertInnen in den Videos von den „Wienerstadtgesprächen“ nachhören bzw. -sehen.

Fotos: Christian Fischer


Foto: Christian Fischer

Philipp Ther –
Das andere Ende der Geschichte
Über die Große Transformation seit 1989

1989 erschien der Westen als der alleinige Sieger der Geschichte. Heute klingt der damalige Triumphalismus mehr als schal. Was ist schiefgelaufen? Anknüpfend an Karl Polanyis bahnbrechendes Buch „The Great Transformation“, rekapituliert der Historiker Philipp Ther die rasanten Veränderungen der letzten drei Jahrzehnte.

Shoshana Zuboff –
Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus

„Es geht um eine Verfinsterung des digitalen Traums und dessen rapide Mutation zu einem ganz und gar neuen gefräßigen kommerziell orientierten Projekt, dem ich den Namen Überwachungskapitalismus gegeben habe.“

Harald Welzer –
Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen

„Die Verbesserung der Welt kann man nicht delegieren, die muss man selbst machen.“

Martin Kušej –
„Wollen wir weiter Postkarten und Schneekugeln produzieren?“
Über die Zukunft der österreichischen Kulturinstitutionen

„Radikal im wörtlichen Sinn, also auf die Wurzel, den Ursprung zurückgehend, ja, das bin ich immer noch. Ich mache Kunst und vermittle Kunst – hier gibt es keine Kompromisse. Ebenso wenig in meinen Haltungen als öffentliche Person.“

Philip Manow –
Die politische Ökonomie des Populismus

„Wer über den Populismus reden will, aber nicht zugleich auch über den Kapitalismus, landet immer nur bei der Identitätspolitik.“

Stephan Schulmeister –
Der Weg zur Prosperität
Wie kann die ökonomische, soziale und politische Krise überwunden werden?

„Vor fünfzig Jahren herrschte Vollbeschäftigung, der soziale und europäische Zusammenhalt war stärker als heute. Warum hat sich die Lage in Europa seither schleichend verschlechtert? Welche Wege führen aus der Krise? ‚Der Weg zur Prosperität‘ gibt konkrete Antworten auf diese Fragen.“

Ulrike Guérot –
Muss die EU neu erfunden werden?

„Die EU durchläuft gerade eine ganz riesige Krise, aber Europa als solches ist eine lebendige Idee, und mir geht es darum, an einem anderen Europa, das dieser Idee wieder zur Blüte verhilft, zu arbeiten.“

Bernhard Pörksen –
Die große Gereiztheit
Wege aus der kollektiven Erregung

Bernhard Pörksen analysiert in seinem aktuellen Buch „Die große Gereiztheit“ die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und das große Geschäft mit der Desinformation. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden.

Kerstin Jürgens –
Die Arbeit der Zukunft
Zwischen digitaler Entgrenzung und neuer Zeitsouveränität

„Die Zukunft der Arbeit ist ungewiss, weil wir die genauen Effekte des digitalen Wandels nicht exakt abschätzen können – aber das bedeutet nicht, dass sie sich nicht gestalten ließe.“

Herfried Münkler –
Schicksalsgemeinschaft EU
Migration und Integration als Herausforderung

„Die EU steckt zurzeit in ihrer tiefsten Krise – und es gibt keine politisch tragfähige und von allen Mitgliedern geteilte Vorstellung darüber, wie daraus wieder herauszukommen ist.“

Christian Felber –
Gemeinwohl-Ökonomie
Über souveräne Demokratie und ethischen Welthandel

„In einer echten ‚Ökonomie‘ ist das Geld nur Mittel zum Zweck. Schaffen wir es, die wirtschaftliche Erfolgsmessung auf das Ziel des Gemeinwohls auszurichten, dann stehen die Gesetze des Marktes in Einklang mit den Grundwerten der Gesellschaft!“

Jan-Werner Müller –
Globaler Triumph des Populismus?
Über den Zustand der Demokratie im Zeitalter von Trump

„Populismus ist ja keine Krankheit, sondern eine permanente Gefahr in der Demokratie. Wir werden ihn nie auf magische Weise loswerden. Aber er hat weniger mit individuellen Gefühlen zu tun als mit einem nicht funktionierenden Parteiensystem. Insofern ist Populismus ein Symptom für ernste Probleme einer Demokratie.“

Max Schrems –
Segen und Fluch der „Sozialen Medien“
Über Facebook, Datenschutz und Fake News

„Wenn nun die Digitalisierung jeden Teil unseres Lebens durchdringt und diese Technologie eindeutig viel mehr kann als sie vielleicht soll, so wird klar, dass auch hier Regelungsbedarf besteht. Nicht weil man diese Entwicklung verhindern müsste, sondern weil wir sie zum Nutzen aller gestalten sollten.“

Seyran Ateş –
In bester Verfassung?
Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit zwischen politischen und religiösen Extremen

„Erst wenn wir die Freiheit verlieren, erkennen wir, dass sie durch nichts zu ersetzen ist..“

Michael Hartmann –
„Geschlossene Gesellschaft“
Über (Wirtschafts-)Eliten und die Unzufriedenheit der Menschen

„Das Problem ist, dass die Elite, die etwas ändern könnte, nur noch im eigenen Saft schmort. Es hat sich ein ‚inner circle‘ entwickelt, wo die Spitzen von Politik und Wirtschaft oft nur noch miteinander reden. […] Der normale Betrachter hat da nicht das Gefühl: Da oben gibt es jemand, der versucht, es einmal anders zu machen. Es gibt keine wirkliche Wende – das macht Populisten stark.“ (Michael Hartmann, Kurier, 10.08.2016)

Prof. Hartmut Rosa –
„Von der Sehnsucht nach Widerhall“
Resonanz und Entfremdung in der Moderne

„Wir leben in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen das Gefühl haben, einer stummen, gleichgültigen Welt gegenüber zu stehen. Die Folge ist ein individuelles, ja sogar ein kollektives Burn-out. Menschen, die ein gelingendes Leben führen, haben eine lebendige Verbindung etwa zu anderen Menschen, zur Natur, zu ihrer Arbeit. Das Leben gelingt nicht allein, wenn wir reich an Ressourcen und Optionen sind, sondern wenn wir es lieben.“ Heise Online 4.4.2016

Prof. Herbert Brücker –
„Die große Herausforderung“
Migration und Integration in Europa: Wie schaffen wir das?

„Es ist doch klar, dass viele der Menschen, die jetzt z.B. aus Syrien und dem Irak zu uns kommen, bleiben werden. Wer so tut, als lohne es sich nicht, in diese Menschen zu investieren, macht den gleichen Fehler wie bei früheren Generationen sogenannter Gastarbeiter, die auch keine Gäste blieben.“ (Badische Zeitung 15.9.2015)

Gregor Gysi –
„Die Zukunft Europas“

„Ich möchte kein Europa kleinkarierter Nationalegoisten, sondern eine wirklich solidarische und soziale Union.“

„Entweder wir sind bereit die Weltprobleme zu lösen, oder sie kommen zu uns.“

Thomas Wagner –
„Robokratie“
Mensch und Demokratie als Auslaufmodelle?

„In den Führungsetagen von Google, Facebook, Amazon und Co. ist man überzeugt, dass diese Unternehmen besser dazu geeignet sind, soziale Probleme zu lösen, als die herkömmlichen politischen Akteure.“

„Die eigentliche Gefahr, die uns droht, ist aber nicht die Machtübernahme der Roboter, sondern die Selbstaufgabe des Menschen. Befördert werden solche Ideen durch die ungeheure Wachstumsdynamik von High-Tech-Industrien und Internetwirtschaft, wie sie sich bislang am augenfälligsten im Silicon Valley gezeigt hat. Als kalifornische Ideologie haben die dort entwickelten ökonomischen Handlungskalküle und Vorstellungen von einer unbegrenzten technologischen Machbarkeit im Rahmen kapitalistischer Herrschaft begonnen, sich nahezu weltweit immer mehr durchzusetzen.“

Ulrike Herrmann –
Vom Anfang und Ende des Kapitalismus

„Der Kapitalismus tritt in eine neue Phase ein. In nur zehn Jahren wurde Europa von drei schweren Finanzkrisen erschüttert. Das gab es noch nie. Warum Geld aus dem Nichts entsteht, Geld nicht reich macht, Geld nicht das Gleiche wie Kapital ist, Großkonzerne herrschen, wir nicht in einer sozialen Marktwirtschaft leben, Globalisierung nicht neu ist – und warum der Kapitalismus untergehen wird.“

Dame Stephanie Shirley –
Let IT Go –
vom Wert des Lebens oder wie eine feministische Unternehmerin zur Philanthropin wurde

„I have been very lucky in my life. My experience as an unaccompanied child refugee gave me the drive to prove that my life had been worth saving.“ (Dame Stephanie Shirley)

Heinz Bude –
Gesellschaft der Angst –
zwischen persönlichen, ökonomischen und globalen Krisen

„Angst ist der Ausdruck für einen Gesellschaftszustand mit schwankendem Boden. Die Mehrheitsklasse fühlt sich in ihrem sozialen Status bedroht und im Blick auf ihre Zukunft gefährdet. Man ist von dem Empfinden beherrscht, in eine Welt geworfen zu sein, die einem nicht mehr gehört.“

Hamed Abdel-Samad –
„Islam und der Westen –
was folgt auf den arabischen Frühling?“

„[…] die Abwesenheit von Diktatur bedeutet nicht automatisch die Ankunft von Demokratie“

Diébédo Francis Kéré –
Soziale Architektur
„Wenn man etwas verändern will, muss man die Menschen mitnehmen“

„Ich habe kein bestimmtes ästhetisches Leitbild im Kopf, sondern richte mich nach den Bedürfnissen der Nutzer und den lokalen Gegebenheiten. Daraus entsteht ein harmonisches Ganzes, das den lokalen Verhältnissen angepasst ist.“ (Francis Kéré)

Prof. Helga Nowotny –
„Forschungsfreie Zone?“ –
zum Stellenwert der Wissenschaft in Österreich

„Wissenschaft hat einen enormen Vorteil, den die Gesellschaft heute dringend benötigt, nämlich den einer langfristigen Perspektive. Es ist diese Zuversicht […], die enorm wertvoll ist […] in einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Verhältnisse brüchig und kurzlebig geworden sind.“ (Spektrum 15.08.2012)

Jan Philipp Reemtsma –
„Aufklärung und Menschenrechte“
Wie barbarisch ist der zivilisierte Mensch?

„Unterschiedliche Zivilisationsformen – zumal solche, bei denen es zum Austausch von Gewalttätigkeiten kommt – nehmen einander wechselseitig als Barbaren wahr und verteidigen, indem sie sich verteidigen, ‚die Zivilisation‘.“ (Jan Philipp Reemtsma in: Vertrauen & Gewalt)

Viktor Mayer-Schönberger –
„Big Data – Die Revolution, die unser Leben verändert.“

„No other book offers such an accessible and balanced tour of the many benefits and downsides of our continuing infatuation with data.” The Wall Street Journal

Frank Schirrmacher –
„Alles ist ökonomisiert“ –
wie formen Informationskapitalismus und Spieltheorie unsere Gesellschaft?

Frank Schirrmacher (*1959 in Wiesbaden, † 12. Juni 2014 in Frankfurt am Main) ist Journalist, Buchautor und seit 1994 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Sir Tony Atkinson –
„Ungleich in den Untergang“ – über Verteilungsgerechtigkeit und Wege aus der Krise

Sir Tony Atkinson ist Senior Research Fellow am Nuffield College in Oxford, dessen Rektor er von 1994 bis 2005 war.

Er ist Centennial Professor an der London School of Economics und war Präsident der britischen Royal Economic Society, der Econometric Society, der European Economic Association, und der International Economic Association. Er arbeitete als Berater in hochrangigen britischen Kommissionen, sowie für den französischen Premier und für den EU-Ministerrat. Das Atkinson-Maß für Ungleichheit wurde von ihm entwickelt.

Navid Kermani –
„Aufbruch ins Ungewisse“ – ein Großvater in Isfahan und der Neue Nahe Osten

Navid Kermani (*1967) lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Für sein akademisches und literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, so zuletzt mit dem Hannah-Arendt Preis und dem Kölner Kulturpreis. Für seinen monumentalen Roman „Dein Name“ wird ihm am 18. November in Berlin der Heinrich-von-Kleist-Preis verliehen. Kermani erzählt darin unter anderem die Geschichte seines Großvaters, die zugleich eine Geschichte Irans im 20. Jahrhunderts ist. Von ihr ausgehend, wird Navid Kermani über die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten nachdenken und dabei auch ganz aktuell von seinen jüngsten Reisen nach Syrien und Ägypten berichten.

Petra Reski –
„Italia Mia“ – über Mut, Macht und die Mafia

Petra Reski (* 1958 im Ruhrgebiet, D), lebt seit 1991 als freie Journalistin und Schriftstellerin in Venedig. In ihren Romanen und Sachbüchern schreibt sie über Italien und immer wieder über das Phänomen der Mafia. Für ihre Reportagen und Bücher wurde die Bestsellerautorin in Deutschland und Italien mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als „Reporterin des Jahres“. In ihrem letzten Buch „Von Kamen nach Corleone – Die Mafia in Deutschland“ erzählt Reski von den Mafiaverstrickungen in Deutschland und dem verzweifelten Kampf Italiens um seine Demokratie.

Colin Crouch –
Totgesagte leben länger – das befremdliche Überleben des Neoliberalismus

Colin Crouch (*1944 ) ist ein britischer Politikwissenschaftler und Soziologe.
Er ist seit 2005 Professor für Governance and Public Management an der University of Warwick.

Ingo Schulze –
„Wer ruiniert die Demokratie?“ – gegen die Ausplünderung der Gesellschaft

Ingo Schulze (*1962 in Dresden ), Schriftsteller, wurde Mitte der 1990er Jahre mit seinen Erzählungen „33 Augenblicke des Glücks“ bekannt. Die Bücher „Simple Storys“ und „Neue Leben“, wurden als die großen Romane über das wiedervereinigte Deutschland gefeiert. Ingo Schulze, der in Berlin lebt, ist einer der interessantesten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur.

Richard David Precht-
„Wer zahlt die Rechnung?“ – über Egoismus, Solidarität und Moral in Zeiten der Krise

Richard David Precht wurde 1964 in Solingen geboren. Er hat Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte studiert und ist promovierter Literaturwissenschaftler. Mit seinen Büchern „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“, „Liebe – ein unordentliches Gefühl“ und „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ wurde er zu einem der erfolgreichsten deutschen Sachbuchautoren der Gegenwart. Richard David Precht ist Honorarprofessor an der Universität Lüneburg.

Karen Duve –
Anständig essen. Was hat essen mit Moral zu tun?

Karen Duve (*1961in Hamburg), Autorin, ist eine der beliebtesten deutschen Schriftstellerinnen. Gleich ihr erstes Buch „Regenroman“ war ein sensationeller Erfolg. Auch die folgenden Romane wie „Dies ist kein Liebeslied“ und „Taxi“ wurden Besteller. Ihre literarische Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. 2011 erschien ihr Sachbuch „Anständig essen“. In einem Selbstversuch hat sie verschiedene Ernährungsweisen ausprobiert und mit ihrem Erfahrungsbericht eine intensive öffentliche Diskussionen unseres Essverhaltens angeregt.

Giovanni di Lorenzo –
„Medien, Macht und Meinungsmache“ – warum die Demokratie glaubwürdige und unabhängige Journalisten braucht

Giovanni di Lorenzo (*1959 in Stockholm), deutsch-italienischer Journalist ist einer der prominentesten Journalisten und Zeitungsmacher Deutschlands. Seit 1980 ist er journalistisch tätig. Er schrieb unter anderen für „Stern“, „Transatlantik“, „Twen“, „Süddeutsche Zeitung“ und „DIE ZEIT“. 1999 wurde er Chefredakteur des Berliner Tagesspiegel und ist seit 2004 Chefredakteur der angesehenen deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT. Er arbeitet seit 1984 im Fernsehen und moderiert seit vielen Jahren die Talkshow III nach 9 von Radio Bremen. Für seine Medienarbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen darunter den renommierten Adolf-Grimme Preis, den Preis der europäischen Presse und den italienischen Journalistenpreis Premio Ischia. Buchpublikationen: „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ und zuletzt „Wofür stehst Du?“

Feridun Zaimoglu –
Einwanderung ist eben auch eine Herzenssache.

Feridun Zaimoglu (* 1964 in Bolu, Türkei) deutscher Autor lebt seit 35 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist (DIE ZEIT, die Welt, Frankfurter Rundschau, FAZ) arbeitet. Seit seinem vielbeachteten literarischem Debüt 1995 „Kanak Sprak“ veröffentlichte er mehrere, von der Kritik hochgelobte Romane wie „Leyla“, „Liebesbrand, schrieb Drehbücher wie für den Film „Kanak Attack“, verfasste Theatertexte und Neubearbeitungen von Klassikern wie „Hamlet“ und „Othello“, „Nathan Messias“. Er erhielt viele Preise für seine schriftstellerische Arbeit, darunter den Hebbel-Preis, den Preis der Jury beim Bachmann-Wettbewerb, den Adalbert von Chamisso Preis, den Grimmelshausen-Preis und 2010 den Jakob Wassermann Litertaturpreis.

Oskar Negt –
Demokratie muss gelernt werden – immer wieder, tagtäglich, ein Leben lang

Oskar Negt (*1.8.1934 in Kapkeim), Philosoph, gilt als einer der bedeutendsten Sozialwissenschaftler Deutschlands. In seinem neuen Buch „Der politische Mensch. Demokratie als Lebensform“ zieht er die Summe seiner Beschäftigung mit politischer Bewusstseinsbildung. Negt studierte bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno und war Professor für Soziologie in Hannover. Seine zentralen Forschungsthemen sind Arbeit und menschliche Würde sowie Globalisierung. Langjährige Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge. Für das gemeinsame publizistische Werk erhielten sie 2008 den Bruno Kreisky Preis.

Michael Haneke –
Gewalt und Gefühlskälte sind dominante Eigenschaften unserer neoliberalen Haifischgesellschaft

Michael Haneke (* 23. März 1942 in München), österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine Spielfilme („Funny Games“, „Die Klavierspielerin“, „Caché“, „Das weiße Band“) wurden vielfach preisgekrönt, unter anderem mit der Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes, dem Golden Globe Award und dem Europäischen Filmpreis.

Günter Wallraff –
Über Ausbeutung, Bespitzelung und Arbeitgebermobbing

Günter Wallraff (*1. Oktober 1942 in Burscheid, Deutschland), Journalist und Schriftsteller. Er ist durch seine Undercover-Reportagen über diverse Großunternehmen wie die Bild-Zeitung bekannt geworden. Für seine Bücher und Filme („Ganz unten“, „Bild-Störung“, „Industriereportagen“, „Aus der schönen neuen Welt“, „In fremder Haut“) erhielt er viele Auszeichnungen, unter anderem den Literaturpreis der Menschenrechte.


Kinderrechte: Mehr als leere Versprechen, aber es bleibt viel zu tun.- Eine Sendung anläßlich 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention.

Im vergangenen Herbst beziehungsweise Winter feierte die UN-Kinderrechtskonvention ihr 30-jähriges Bestehen. Dieses Übereinkommen über die Rechte des Kindes wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen, der UN oder UNO, angenommen, im September 1990 daraufhin trat sie in Kraft. Alle Kinder auf der Welt – so zumindest der Plan laut UNO – sollten damit, heißt es auf der Homepage, verbriefte Rechte erhalten: auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung.

Link zum Nachhören der Sendung:

https://cba.fro.at/453184


Podcasts

Banditenkinder

Slowenien 1941: Nach dem Balkanfeldzug der deutschen Wehrmacht besetzen die Nationalsozialisten einen Großteil des Landes. Rund 65.000 Menschen verlieren ihre Heimat; einige wehren sich – werden verhaftet, deportiert und von ihren Familien getrennt.
Die slowenische Regisseurin und Drehbuchautorin Maja Weiss erzählt nun die Geschichte ihrer Nachkommen: Rund 600 Kinder, die von der SS als „Banditenkinder“ in verschiedene Lager gebracht wurden, von wo aus sie als „Deutsche“ umerzogen werden sollten.


Lager Wagna

Die südsteirische Gemeinde Wagna war einst weiträumiger Standort eines Lagers, welches von Beginn des Ersten Weltkrieges bis Anfang der 60er Jahre Menschen aufnahm, manchmal zwangsweise und manchmal als erste sichere Herberge in einer neuen Heimat. So wuchs das Lager Wagna zeitweise zur drittgrößten Stadt in der Steiermark heran. Damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, an diese sehr besondere Vergangenheit zu erinnern.

Fleischer_Kindheit im Flüchtlingslager
Fleischer_Die Integration in die Dorfgemeinschaft
Trampusch_Bedeutung der Lager für die Ortsgeschichte
Trampusch_Konzentrationslager und Arbeitslager Aflenz
Trampusch_Eine belastende Kindheit
Fleischer_ Alltag im Flüchtlingslager
Der Retzhof und das Flüchtlingslager

Oskar Negt

Der Mangel an Solidarität im Kapitalismus
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